Handyhersteller in Allianz gegen Kreditkartenhersteller

18 August 2011

Mobile-payment – die Möglichkeit der Bezahlung mittels Handy, dieses Thema treibt aktuell die Hersteller von Mobilfunkgeräten und auch die Telekommunikationsanbieter um. Dazu sollte man wissen, dass heute ein Händler, wenn er Kreditkarten akzeptiert einen sogenannten Akzeptanzvertrag für bspw. Visa und Mastercard benötigt. Hierfür zahlt er einen Abschlag, das sogenannte Disagio, das je nach Größe und Geschäftsmodell zwischen 2-3 % liegt, bzw. es werden für Kleinstbeträge fixe Transaktionskosten vereinbart. Eine wichtige Einnahmequelle für die Handyhersteller, wie bspw. Apple stellen Apps dar. Der jeweilige Durchschnittskauf liegt deutlich unter 10,00 Euro, für die ein im Verhältnis gesehen hohes Disagio gezahlt werden muss.

Kreativität bei Handyhersteller verlangt

Die Anbieter von Handys müssen sich also eine Alternative einfallen lassen um zum einen von den relativ hohen Kosten und zum zweiten auch eine Unabhängigkeit von den Kreditkartenorganisationen zu erhalten. Denn die Kreditkartenorganisationen geben die Regeln vor, nach denen eine Kreditkartentransaktion abzuwickeln ist. Und diese Anforderungen können mit erheblichen Kosten verbunden sein.

Kreditkartenhersteller wollen Mobile Payment

Mobile PaymentDie Kreditkartenorganisationen wiederum haben ein hohes Interesse in den Markt für Mobile-payments einzusteigen. Zum einen bieten neue Smartphones erstmals die Möglichkeit schnell und einfach bspw. Fahrkarten, Zeitungen oder die Brötchen beim Bäcker nebenan zu bezahlen. Ein Markt, der bisher wegen der umständlichen Handhabung und der Kosten einer Kartenzahlung nicht erschlossen werden konnte. Dazu muss aber eine virtuelle Kreditkarte in das Handy eingebracht werden und hier stellt sich die Frage, wem gehört der Kunde. Denn die Kartenorganisationen argumentieren, dass die Zahlung nur mit der virtuellen Kreditkarte abgewickelt werden kann, die Handyhersteller reklamieren für sich, dass nur mit dem Smartphone neue Märkte erschlossen werden konnten. Und perspektivisch werden die Handyhersteller für die Bereitstellung der Infrastruktur von den Kreditkartenorganisationen eine Gebühr verlangen wollen.

Aus Kooperation wird Konkurrenz

Aktuell kooperieren beide Parteien noch miteinander, doch schon jetzt ist erkennbar, dass sich die Handyhersteller mit alternativen Zahlungsmethoden beschäftigen. Denn neben den Kosten für die Abwicklung gibt es noch ein weiteres überaus gewichtiges Argument für die Entwicklung eines eigenen Systems – nämlich die zu verrechnenden Gelder. Wer hier täglich mehrere hundert Millionen Euro bewegt, der hat einen erheblichen Zinsgewinn aus diesem Geschäft. Nur so ist es zu verstehen, dass Apple in sein neues iPhone eine sogenannte NFC-Antenne einbauen will und über ein eigenes Bezahlsystem nachdenkt.