Rückt der Tod der Kreditkarte immer näher?

03 Februar 2012

Stirbt die klassische Kreditkarte aus?Mit einer Kreditkarte wird eine Ware oder Dienstleistung bezahlt, einmal im Monat wird von der entsprechenden Bank der gewährte Kredit von dem bestehenden Girokonto abgebucht oder eine Ratenzahlung gewährt (Revolving Kredit). Eine Prepaid-Kreditkarte kann nur mit einem Betrag belastet werden, der als Guthaben vorhanden ist, es wird also kein eigentlicher Kredit gewährt. Die gängigsten Kreditkaten sind die Visa- oder Mastercard. Dies sind Chargekarten, bei denen die Rechnung sofort nach der monatlichen Abrechnung beglichen werden muss ohne die Möglichkeit einer Ratenzahlung. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die bargeldlose Bezahlung durch Gewährung eines Kredits, denn die Abrechnung erfolgt erst einige Wochen später mit genauer Auflistung. Auf Reisen ist eine Kreditkarte fast unerlässlich, in den USA z. B. ist die Kreditkarte das hauptsächliche Zahlungsmittel. Mit ihr kann im Ausland an den Geldautomaten Bargeld abgehoben werden, wobei nur die anfallenden Gebühren zu beachten sind. Nicht zu vergessen der Online-Einkauf, bei dem die Bezahlung mit Kreditkarte immer mehr in den Vordergrund rückt. Aber auch Nachteile sind vorhanden. Ein Dieb kann mit einer gestohlenen Karte einkaufen gehen und nicht alle Geschäfte akzeptieren Kreditkarten. Es fallen meist jährliche Gebühren an und in Geschäften bezahlt man oft die Provision mit, die der Händler an das Kreditinstitut leisten muss. Auch im Internet können bei unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen Kartennummern gestohlen und missbraucht werden.

Alternativen zur Kreditkarte

Eine sichere Alternative zur Kreditkarte ist die Prepaid Kreditkarte, bei der es auch Angebote gibt, die eine attraktive Ansparfunktion enthalten. Früher ausschließlich von eBay praktiziert und auch von dem Auktionshaus entwickelt ist Paypal. Dieses Zahlungssystem wird heute von immer mehr Online-Shops benutzt, um Geldtransfer sicher, unkompliziert und schnell abzuwickeln. Obwohl oft belächelt, sind Traveler-Cheques im Ausland von großem Vorteil, ein Dieb kann nichts damit anfangen. Das Verfahren ist umständlicher und zeitaufwendiger als eine Kreditkarte und abhängig vom Wechselkurs. Aber sie werden von allen Banken akzeptiert, haben keine Verfallszeit, US$- und Euro-Reiseschecks werden überall akzeptiert. Bei Verlust werden sie nach Vorlage der Kaufquittung problemlos und unbürokratisch ersetzt.

Abschaffung der Kreditkarten

Eine Abschaffung der Bezahlung mit EC-Karten gegen Unterschrift ist schon länger im Gespräch, sie soll nur noch mit PIN möglich sein. Bei Kreditkarten kommt noch die Gebühr hinzu und der Händler hat keine Sicherheit, ob der Kunde überhaupt zahlungsfähig ist. Verbraucherschützer, der Handel und auch die BRD streben eine einheitliche Regelung innerhalb Europas an. Die Kreditkarte weist jetzt einen Chip auf, der nicht so leicht kopierbar ist. Aber was nützt der Chip, wenn die gleichen Daten auch auf dem Magnetstreifen vorhanden sind? Das BKA meldet immer mehr Skimming-Angriffe, also das Ausspähen von Kartendaten an Geldautomaten. Es drängt auf die Abschaffung des Magnetstreifens, die Banken zögern, einmal, weil sie im Ausland noch benötigt werden und wegen der hohen Kosten bei einer Umstellung. Also wird es noch dauern, denn der Magnetstreifen ist für Zahlungsvorgänge außerhalb Europas notwendig, ebenso beim Bezahlen mit Karte und Unterschrift und für Kontoauszugsdrucker. Man rechnet mit der Abschaffung des Magnetstreifens frühestens innerhalb der nächsten fünf Jahre.
Das BKA schlägt eine Zweikartenstrategie vor: für Kunden innerhalb Europas, die etwa 95 % ausmachen, nur mit Chip versehene Karten, für die anderen mit Chip und Magnetstreifen. Oder es sollen nur noch Karten mit deaktiviertem Magnetstreifen ausgegeben werden, der je nach Bedarf aktiviert werden kann. Ob die Banken kooperieren, ist nicht abzusehen.