Zukünftig teures Taxi?

12 September 2012

In Deutschland nimmt der Einsatz von Kreditkarten zur Bezahlung von Waren und Dienstleistungen zu. Dabei sind die Gebühren, die Visa & Co den Dienstleistern in Rechnung stellen stets gleich hoch, egal nun, ob der Kunde einen Kleinsteinkauf tätigt oder sich eine neue Wohnzimmereinrichtung kauft. Viele deutsche Taxirufzentralen haben sich diesem Trend angeschlossen mit und bieten ihren Fahrgästen die Möglichkeit an, eine Taxifahrt auch per Kreditkarte zu bezahlen. Nun hat in der Branche der große Katzenjammer begonnen.

Kreditkartenabrechungen kosten Geld

Fast taxiKreditkarteninhaber kommen nicht für die Gebühren auf, die für die Abrechunng seitens der Institute erhoben werden, sondern der Dienstleister oder Händler, der Kreditkartenzahlung akzeptiert hat. Tankstellenkonzerne, Verbrauchermakt- oder Hotelketten kratzt dies nicht. Die jährlich zu erwartende Summe an Abrechnungsgebühren wird auf die Preise für Waren und Dienstleistungen aufgeschlagen und somit an den Kunden weitergegeben. Aufgrund hoher Umsätze handelt es sich um einen verschwindend geringen Posten, den der Kunde gar nicht bemerkt. In diesem Vergleich haben die Taxiunternehmen mit ihrer Tarifbindung augenscheinlich das Nachsehen. Stichwort Tarifbindung.

Das Taxiunternehmen bestimmt nicht den Preis

Die Städte und Kreise legen fest, wie teuer ein gefahrener Taxikilometer in ihrem Gebiet sein darf, wieviel die Aufschläge für sperriges Gepäck etc. betragen dürfen. Das sind Einschränkungen, die vielen anderen Dienstleistern nicht einmal vom Hörensagen bekannt sind. Selbstverständlich sind Kreditkartenkunden dankbar, wenn sie wie viele andere Dienstleistungen auch eine Taxifahrt mit ihrer Karte bezahlen können. Dadurch verringern sich allerdings die Einnahmen der Taxiunternehmen. Denn wegen der Tarifbindung dürfen diese die geschätzten jährlichen Kosten für Kreditkartenabrechnungen nicht pauschal an ihre Fahrgäste weitergeben.

Visa-Regularien vs. nationales Recht

New York taxiVisa und andere haben in ihren AGB festgelegt, dass der Händler oder Dienstleister, der Kreditkartenzahlung akzeptiert, weder einen Mindestumsatz festlegen noch einen Aufschlag für die zu erwartenden Kosten erheben darf. Das deutsche Recht sieht allerdings die Weitergabe solcher Gebühren an den Kunden vor, und in Deutschland ist ein Unternehmen wie Visa diesem Recht unterworfen. Insofern ist es rechtens, die zu erwartenden Gebühren an den Fahrgast per Aufschlag weiter zu geben. Einige Städte wie Berlin oder Düsseldorf legen dies sogar in ihren Tarifen fest. Ausländische Kreditkartennutzer werden möglicherweise empört sein und es vielleicht nicht hinnehmen, dass sie einen Aufschlag zahlen sollen. Wird es zu Klagen kommen? Das letzte Kapitel in diesem Buch ist wohl noch nicht geschrieben.